Von aktiven Menschen, ungehorsamen Hunden und einer Autofahrerin im Ausnahmezustand!

Beginnen will ich mit den aktiven Menschen. Viele Zeitgenossen walken, joggen, wandern oder betätigen sich anderweitig sportlich. Sie haben ihren Spaß dabei und freuen sich auf die Bewegung. Sei es in freier Natur oder im Indoor-Bereich. So weit so gut!

Dann gibt es Menschen, die sehr sportlich sind und dabei noch Gutes tun. Diese Spezies begeistert sich für besondere Aktivitäten. Denen reicht nicht eine gemütliche Jogging-Runde am Hahnwald, nein, sie brauchen den alternativen Kick. Sie laufen mehrere Kilometer pro Tag, das eine ganze Woche lang und spenden pro gelaufenem Kilometer noch einen Betrag für schwer erkrankte Kinder. Mit solchen Ausnahme-Sportlern teilten wir ein Stück des Weges von Bonn nach Wiesbaden. Der Rheinsteig, ein Premium-Wanderweg, hat es ihnen angetan. Seit vielen Jahren sind sie in der Karwoche dort unterwegs um sich auszutoben und um Geld zu sammeln für Kinder, die an einer speziellen Muskelerkrankung leiden.

Am Gründonnerstag war es für uns wieder so weit. Mit Turnerbus und Fahrer Jupp, den Insassen Walter, Georg, Martina, Birgit, Uta, Justus und meiner Wenigkeit haben wir die Laufgruppe um Björn, Martine und Helmut läuferisch unterstützt. Gefreut haben wir uns auf das Wiedersehen mit alten Bekannten und waren neugierig auf Teilnehmer, die wir noch kennenlernen wollten.

Eine nicht unerhebliche Strecke haben wir gemeinsam abgearbeitet. Mit vielen Höhenmetern, einigen Umwegen, etlichen Schlammlöchern und tollen Aussichten wurden wir belohnt. Immer wieder faszinierend ist der Blick von der „Rossel“ auf die andere Rheinseite, die Durchquerung der Weinberge rund um Rüdesheim, Geisenheim, Oestrich-Winkel und Hallgarten. Ein ganz besonderes, wenn auch windiges Highlight war der Besuch von Schloß Johannisberg. Wir lernten, dass die Schweden und andere Volksgruppen in der Vergangenheit des Öfteren die Keller „leergesoffen“ haben und dass die Nachkommen der Habsburger noch heute ein Zehntel des Ertrages der Weinernte in bar ausgezahlt bekommen.

Die Wegstrecke war klar definiert. Der Original Rheinsteig musste abgelaufen werden. Abkürzungen waren verpönt. Verspätungen wurden in Kauf genommen. In der Ruhe liegt die Kraft, das haben wir von Björn und seiner Truppe gelernt. Kilometer um Kilometer ging es in Richtung Kiedrich, dem Ziel der Tagesetappe entgegen.

Schon von weitem konnten wir kurz vor dem Unkenbaum die grünen Lauftreff-Shirts derjenigen erkennen, die uns entgegen gelaufen kamen. In den Rucksäcken von Hango und Richard fanden sich Energielieferanten wie Mars, Snickers und Co. Auch Wasser war im Gepäck, so dass wir ab da tiefenentspannt bis Kiedrich weiter trabten.

Im Rathaus wartete schon unser Bürgermeister mit seiner freundlichen Helferin Fr. Kropp. Bei leckerem Wein und frischen Brezeln wurden Spendenschecks übergeben und kurze Ansprachen gehalten. Den Tag perfekt machte eine Führung mit kleiner Weinprobe im Weingut Weil. Beeindruckt von soviel Perfektion und Effizienz schmeckten die Proben besonders gut. Zufrieden, gesättigt und müde endete der erlebnisreiche Tag im Bürgerhaus.

Jetzt kommen die Hunde ins Spiel. Sie machten uns am nächsten Tag in Frauenstein zu schaffen. Wie in jedem Jahr waren wir am großen Parkplatz mit dem Aufbau unseres Verpflegungsstandes beschäftigt. Das Wetter war angenehm, so dass sich mehrere Wandergrüppchen mit ihren Vierbeinern zusammenfanden. Die meisten Hundebesitzer sahen uns interessiert zu und dachten sich sicher, warum und für wen wir die leckeren Snacks appetitlich darboten. Doch nicht jeder Hund war angeleint und hörte auf das was sein Herrchen oder hier besser sein Frauchen ihm befiehlt. Unermüdlich drehte ein großer Hund seine Runden um unseren Tisch. Seine Zunge hing schon fast in den Schüsseln mit den leckeren Snacks. Ihn zu verscheuchen gelang uns nicht. Die Hundebesitzerin blieb uneinsichtig und die Leine in der Tasche. Unverständnis auf beiden Seiten.

Doch der guten Stimmung innerhalb der Läufergilde tat dieser Zwischenfall keinen Abbruch. Gestärkt, mit vielen Umarmungen und dem Versprechen, im nächsten Jahr wieder zu kommen, machten sie sich auf die letzten Kilometer, um dann in Biebrich das wohlverdiente Eis zu genießen.

Die letzte Etappe auf unserer „Rheinsteigtour“ war angesagt. Das Gepäck der Truppe musste noch ins Aukammbad. Jetzt komme ich zur Autofahrerin im Ausnahmezustand. Trotz eines großen Parkplatzes für ihr kleines Auto und viel Freigelände rundum, gelang es der Dame nicht zu wenden. Unsere Einweisung wollte sie nicht annehmen und bat uns in impertinentem Ton, den Bus wegzufahren. Zu erwähnen sei noch, dass der Bus das Wendemanöver der Dame nicht einschränkte. Der Bus wurde letztendlich weggefahren, die Dame gab Gas, schimpfte wie ein Rohrspatz und schoss auf die Straße. Nur der schnellen Reaktion eines Taxifahrers war es zu verdanken, dass es zu keinem Zusammenstoß kam. Kommentar zu dieser Aktion absolut überflüssig.

Die Koffer wurden anschließend ordnungsgemäß entladen und für uns gingen zwei Tage mit den Freunden des Rheinsteigerlebnislaufes ereignisreich zu Ende. Unser Fazit: Wir haben aktiv mitgemacht, viel erlebt und einiges fürs Leben gelernt.

Irene Engelmann

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