Henry rettet den Regenwald,

so heißt das Kinderbuch von Benni Over. Wer ist Benni Over, fragt man sich, und was hat das mit dem Lauftreff zu tun?

Benni Over ist ein junger Mann von 25 Jahren. Er leidet an der Erbkrankheit Muskeldystrophie Duchenne. Er sitzt im Rollstuhl und kann nur noch seine Finger bewegen. Tagsüber wird Benni ambulant betreut. Nachts beatmet ihn eine Maschine. Sein Schicksal ist vorgezeichnet. Mit größter Wahrscheinlichkeit wird Benni nicht sehr alt werden. Trotz seines schweren Schicksals ist Benni an der Umweltzerstörung und deren Folgen interessiert. Der Regenwald in Indonesien und die darin lebenden Orang-Utans haben es ihm besonders angetan. Seit Jahren hat er die Patenschaft für Henry, einen echten Orang-Utan in Indonesien, übernommen. Um auf das Schicksal dieser gefährdeten Spezies hinzuweisen, hat er zusammen mit seinem Vater dieses Kinderbuch geschrieben.

Und jetzt kommt „laufend helfen“ ins Spiel. Seit vielen Jahren sammeln Brigitte und Rolf Mahlburg Spenden, um den Kindern, die an dieser Erbkrankheit leiden, zu helfen. Dafür haben Sie in diesem Jahr das Bundesverdienstkreuz am Bande erhalten.

Eine ihrer Aktionen ist der Lauf von Bonn nach Wiesbaden auf dem Rheinsteig. Jedes Jahr finden laufbegeisterte Menschen zusammen und machen sich auf den beschwerlichen Weg. Sie laufen gemeinsam 320 km und zahlen pro Person und pro gelaufenem Kilometer Geld, das der „Aktion Benni & Co.“ gespendet wird.

Auch in diesem Jahr haben ein paar unermüdliche und von der Sache überzeugte Lauftreffler sich zusammen mit Brigitte, Rolf und dem Tross der Läuferinnen und Läufer auf den Weg von Assmannshausen nach Kiedrich gemacht. Bei relativ stabilem Wetter – trotz unerwarteter Regentropfen in aller Frühe – waren alle guter Dinge. Müde Beine, Muskelschmerzen und weitere kleine Wehwehchen schreckten nicht ab. Bei diesem Event herrscht Teilnahmepflicht.

Die Wegstrecke ist mittlerweile bekannt. Die Steigungen flößen keine Ehrfurcht mehr ein und auf die Strecken bergab freut man sich. So mag es verwundern, dass die „Profis“ nur müde lächeln, wenn sie nach der Tagesdistanz gefragt werden. Läppische 35 km sind es von Assmannhausen bis ins Weindorf. Klingt überheblich, ist es aber nicht. Wenn man jahrelang zwei bis dreimal pro Woche Ausdauertraining betreibt, kann man ohne Probleme an den Teilstrecken teilnehmen. Durch die vielen Gehstrecken erholt man sich ausgezeichnet und kann deshalb bei den kurzen Laufeinheiten gut mithalten. Deshalb ein Aufruf an alle, die es einmal probieren wollen. Fasst Euch ein Herz und kommt doch einfach im nächsten Jahr mal mit.

Am Ziel in Kiedrich wartete auf alle der Bürgermeister. Bei einem kleinen Empfang mit Wein und Brezeln wurden die Spendenschecks übergeben. Bei unserer Winterwanderung mit anschließendem gemütlichen Beisammensein wurden 800 € erwirtschaftet. Stolz konnte unser Lauftreffleiter Heinz den Scheck an Brigitte und Rolf übergeben.

 

Eine kurze Fotosession folgte, und dann konnten die Pensionszimmer in Empfang genommen werden. Dies war im Vorfeld eine Herausforderung für Rolf. Das bisher genutzte Hotel ist geschlossen. Also wohin mit den müden Körpern der Teilnehmer? Das Betreiberehepaar der Pension Röhrig hat hier viel Engagement und Kreativität bewiesen. Zuerst waren es nur 14 Personen, die untergebracht werden sollten. Mit den Nachmeldungen kam dann die Endzahl von 20 Personen heraus. Die Unterbringung aller Teilnehmer wurde mit Bravour gelöst. Was eigentlich nicht möglich war, wurde möglich gemacht. Es zeigte sich wieder einmal, dass familiäre Betriebe innovativ und flexibel sind. An dieser Stelle ein großes Lob und vielen Dank an die Pensionsinhaber.

Ein Höhepunkt war noch die Besichtigung der renovierten Basilika Minor. Unser Bürgermeister glänzte mit seinem ausgezeichneten Fachwissen über Geschichte und Kunst rund um die Kirche. Auch wir Einheimischen wussten nicht, welch unglaubliche Schätze in unserer schönen Kirche schlummern.

Nach dem sportlichen und kulturellen Teil dieses Tages fand noch der gesellige Teil im Weingut Stassen statt. Dieses Mal geordnet, auf Grund des ausgeklügelten Systems von Rolf, bekam jeder das, was er vorab zum Essen bestellt hatte. An der Aufmerksamkeit der Teilnehmer beim Austeilen der Essen muss noch gearbeitet werden – aber das kriegen wir im nächsten Jahr auch hin.

An Karfreitag ging es zur finalen Etappe nach Wiesbaden. Gut ausgeruht wurden die Koffer in den Turnerbus verladen und die Gruppe machte sich auf den Weg – wiederum in Begleitung von Teilnehmern des Lauftreffs. In Frauenstein hatten wir einen kleinen Versorgungsstand, als Wegzehrung für die Gruppe, aufgebaut. Bei Obst, knackigem Gemüse, süßen Snacks und alkoholfreien Getränken stärkten sich alle Teilnehmer und verabschiedeten sich von einem Teil der Lauftreffler. Der harte Kern lief mit bis ins Aukammbad, um dort die schweren Muskeln im warmen Thermalwasser zu entspannen.

Alles in allem waren es wieder 2 Tage, die in unseren Köpfen haften bleiben. Im nächsten Jahr wollen Rolf und Brigitte kürzer treten. Björn, Helmut und ihre Partnerinnen werden die Organisation übernehmen. Wir werden altbekannte und neue Läuferinnen und Läufer wiedersehen und kennenlernen. Wir freuen uns darauf und wünschen uns, dass unser Lauftreff wie bisher mit einer großen Anzahl von Teilnehmern diese gute Sache unterstützen wird. Sei es lauftechnisch oder mental beim gemütlichen Beisammensein.

Irene Engelmann

Kommende Termine

16 Dez 2017
09:00 -
Schleifchenturnier
20 Jan 2018
08:00 -
Winterwanderung