Man muss schon sehr gesund sein,

das war sicher der erste Gedanke von Menschen, die am 23. April am Hahnwald irgendwie unterwegs waren. Wer kommt nur auf die Idee an einem so ar...kalten, verregneten Tag, im Wald Ordnung zu schaffen?

Bekloppt, verrückt und durchgeknallt, so könnte man die fleißigen Bienen vom Lauftreff auch nennen, die sich an diesem Samstag durch das Unterholz quälten. Selbst die Tierwelt hatte Besseres zu tun und machte sich rar. Nicht so die unermüdlichen Mitstreiter des Lauftreffs. Mit entschlossenem Schritt, eisernem Willen, der Witterung trotzend gingen sie tatkräftig ans Werk. Es raschelte, knisterte, rumorte und krachte im Unterholz rund um die Finnenbahn. Es wurden Unmengen von Sägespänen geschippt, verschoben und geharkt. Den Kopf meistens in Blickrichtung Boden, die Hände am Werkzeug, den Feierabend im Kopf so ging es zu Gange. Bei genauerem Hinschauen kamen tropfnasse Damenfrisuren, die schon bessere Zeiten gesehen hatten, zum Vorschein. Ein roter Bauhelm blitzte durch das traurige Grün und trug zur Farbenvielfalt in der Natur bei. Ansonsten war es grau in grau.

Einer der Helfer kam reichlich spät. Um sich noch irgendwie nützlich zu machen, wurde Hand angelegt beim Putzen des Geländers. Doch bei diesem leichten Job blieb es nicht, denn im Wald wurde Hilfe benötigt. Vorbei die Zeit des Ausruhens. Keine Zeit mehr für lauschige Gespräche mit der Damenwelt. Mit einer Axt bewaffnet ging es im Laufschritt in den Wald. Doch kein Tier musste leiden, lediglich überstehende Äste wurden gekillt.

Derweilen hatte es das Hüttenteam leicht, aber kalt. Nachdem auch noch die letzte Spinnwebe entfernt, alle Schränke ausgewischt und der Vespertisch gedeckt war, blieb nichts anders übrig, als zu warten. Wie schwer das ist, wenn man friert und Hunger hat – wir können ein Lied davon singen. Die Uhren gingen langsamer als sonst und in der Hütte wurde es gefühlte 10 Grad kälter. Einzig die Diskussion über das Erhitzen eines Fleischwurstkringels brachte Abwechslung in das triste Dasein. Topfgröße, Menge des Wassers, Anwerfen des Gasherdes, dies waren elementare Dinge, die es zu beachten und zu diskutieren gab.

Nach reichlicher Verspätung kamen die Waldmenschen endlich zurück. Die Mienen versteinert, die Haare klitschnass, die Hosen vom Regen durchtränkt, lediglich der Oberkörper sah bei allen irgendwie noch einigermaßen trocken aus. Und doch hat es Spaß gemacht – wie zu hören war.

 

 

Mehr Spaß gemacht hat es sicher einen Tag vorher. Bei bestem Frühlingswetter machten die Arbeiten an Hütte und Finnenbahn richtig Laune. Eile war an diesem Freitag nicht geboten. Wenn die Sonne scheint, das Team passt und die Stärkung stimmt, dann ärgert es nur diejenigen, die keine Zeit hatten mitzumachen.

 

Irene Engelmann, 24.04.2016

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