Freud und Leid liegen bei einem Wettkampf sehr dicht beieinander! Das haben einige Lauftreff-Teilnehmer am Mainz Marathon sehr direkt erfahren müssen.

Die Erwartungen der Einzelnen sind sehr unterschiedlich. Sie schwanken zwischen Selbstbewusstsein, Tatendrang, Angst und Zweifel. Die Befindlichkeiten während eines Wettkampfes zu beschreiben sind deshalb immer subjektiv und hier aus der Sicht der Erzählerin geschildert.

Optimale Vorbereitung und positive Gedanken sind die Grundvoraussetzungen, einen Wettkampf zu bestreiten. Jeder Aktive weiß das; und trotzdem ist es nicht immer einfach, diese Regeln zu verinnerlichen. Das Training kann man selbst bestimmen, den Kopf abschalten oftmals nicht.

Will man seine Ergebnisse verbessern oder wenigstens halten, kommt man ins Grübeln. Oftmals jagen dabei negative Gedanken durch den Kopf. Länge und Dauer der Trainingsläufe werden kritisch hinterfragt. Körperliche „Wehwehchen“ drängen in den Vordergrund und die Energieversorgung während des Wettkampfs wird in Frage gestellt. Hinzu kommen eventuelle Wetterkapriolen, die den Lauf beeinflussen könnten.

Ist man am Laufen hat man andere Sorgen. Wie ist der Schnitt? Halten die Muskeln noch durch? Wann kommt die nächste Versorgungsstation? Wann endlich ist der nächste Kilometer rum? Warum tue ich mir das eigentlich an?

Meter für Meter spult man ab, blendet die Umgebung aus und achtet nur auf sich selbst. Läuft man zu schnell los, wird man irgendwann automatisch langsamer. Die Pause an den Versorgungsstellen wird dementsprechend länger. Man trinkt gemächlich, geht ein kleines Stück und trabt dann bedächtig weiter, bis man zurück in seinem Rhythmus ist. Ab und zu registriert man Bekannte am Wegesrand, die mitfühlen und anfeuern.

Der „Hungerast“ schleicht sich ein und wird mit kleinen Bananenstückchen kompensiert. Ab Kilometer 15 wird es hart. Jetzt heißt es, sich durchzubeißen. Der Wunsch, endlich anzukommen, bestimmt das gesamte Denken. „Nicht mehr weit, das Meiste ist geschafft“, ein Mantra, das man sich immer wieder innerlich aufsagt. Ist die Ziellinie in Sicht, werden die letzten Kräfte mobilisiert und der Blick auf die Uhr zeigt, was sich schon während des Laufs anbahnte.

Eine, die nur positive Gedanken hatte, hoch motiviert an den Start ging und dafür im Laufhimmel landete, war Aurélie Schroth. Für sie ist ein Traum an diesem heißen Mainzer Halbmarathon wahr geworden. Mit einer Superzeit von 1:53:54 Std. war Aurélie dieses Jahr stärkste Frau des Kiedricher Lauftreffs.

Bei den Herren bewies wieder einmal mehr Gerhard Trittler mit 1:43:32 Std., dass er es drauf hat. Bei ihm wäre sicher noch mehr drin gewesen – wenn alles optimal gelaufen wäre.

Die restlichen Lauftreffler, Birgit, Martina, Helga, Richard, Dorit, Jana, Claudia, Josha und ich gaben unser Bestes. Im Ziel angekommen waren alle Gedanken positiv. Die Freude überwog. Gab es doch für jeden Teilnehmer die obligatorische Medaille und ein kühles, alkoholfreies Weizenbier. Die Speicher wurden aufgetankt und es ging zu Uta und Hango zur obligatorischen After-Mainz-Erdbeerparty.

Irene Engelmann

 

Kommende Termine

03 Nov 2017
19:00 -
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16 Dez 2017
09:00 -
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